17.09.2022

19:30 Uhr

The Horst

Popmusik mit Herz und Hirn

Es war Mitte der 80er Jahre, als gemeinsame Musikliebe die drei Schulfreunde Bernward Tuchmann (Schlagzeug), Matthias van Wüllen (Gitarre) und Jörg Hackelbörger (aka Huck L. Burger, Gesang & Gitarre) in Münster zusammenbrachte. Ihre persönliche Vorstellung, wie ordentliche, unverwechselbare Popmusik zu klingen habe, führte zur Gründung von THE HORST. Mit Jürgen Diehle am Bass war die „ewige Band“ komplett.

Mehrere Homerecordings und erste Auftritte u.a. im legendären „Gleis 22“ später folgten auf Tuchmanns eigenem Label „Krautpleaser Records“ die ersten CD-Veröffentlichungen „The Worst“ (1993) und „Blues Boheme“ (1995). Zuerst noch englischsprachig, schwenkte die Band im Zuge ihrer Entwicklung auf deutsche Texte um, erstmalig auf der 98er EP „Klopper“, dann auf den Album „Volumen“ und „Tofte“ (Skycap/Rough Trade).

Die oft assoziativen und rhythmusorientierten Texte halten es offen: Alles kann, muss aber nicht ironisch oder autobiografisch gemeint sein. Es gibt keine Dogmen oder Tabus. Der Ich-Erzähler ist meist kein Held, zum Teil nicht einmal sympathisch. Oft geht es um Men- schen, die merken, das Beste hinter sich oder ihre einstigen Ziele verfehlt zu haben oder die an den Anforderungen des Lebens scheitern.

Es geht aber auch um das Erkennen der Grundtriebe, welche die Menschenwelt stimulieren. Über die nonchalant-sarkastische, für Popmusik unkonventionelle Wortwahl darf den- noch gern gelacht werden. Denn Unernst gehört bei THE HORST immer dazu.

Trotzdem sieht sich die Band in erster Linie dem musikalischen Part verbunden. Die Lied-/Melodieführung kommt ganz klar aus der angloamerikanischen Tradition: natürlich The Beatles, NRBQ, Steely Dan, Todd Rundgren, Elvis Costello, Joe Jackson, Squeeze, Prefab Sprout, The Posies, usw. sind als Einflüsse zu nennen.

Die Rollenverteilung innerhalb der Band ist dabei eindeutig: Huck L. Burger ist Frontmann mit markantem Belcanto, Matthias van Wüllen liefert die kreativen Grundlagen, Jürgen Diehle sorgt für Erdung, Bernward Tuchmann für Energie.

Das aktuelle Album: „Tofte“ (Skycap/Rough Trade). Das Wort stammt aus dem Münster-typischen, rotwelschen Sozialdialekt „Masematte“, und bedeutet so viel wie „gut“, oder auch „toll“. Mehr als bisher fällt bei „Tofte“ die gemeinsame Freude an guten Songs auf, die von verschiedensten Einflüssen aus der Popgeschichte und den eigenen Plattenschränken geprägt sind, sich aber jenseits von Rock-Klischees, Muckertum, Schlagerspießigkeit oder Kunsthandwerk bewegen.

Und es fällt auf, dass kommerzielle Interessen nach wie vor bei THE HORST keine Rolle spielen. Dass sie weiterhin kein bisschen kompromittierbar, langweilig oder virtuos klingen. Souverän und leger, wie seinerzeit Manfred Krug, wenn er denn aus Westfalen käme, oder wie Rio Reiser, ohne Sponti-Attitüde, bewegt sich diese Band, „bei der das Beste immer erst noch kommt“ auf ihrem eigenen, musikalischen Parkett.

Pressestimmen:

„Unkonventionell aus Überzeugung. Eine Institution“ (Westfälische Nachrichten) „Solide deutsche Pop-Musik“ (Neue Osnabrücker Zeitung)
„Eine gereifte Band, die in einer Klasse für sich spielt.“ (Plattenladentipps) „Popmusik mit Herz und Hirn“ (Thüringer Allgemeine Zeitung)

„Langweilig wird es mit ihnen nie. Geht gut ab“ (Ostsee-Zeitung)

„Ein weiterer Meilenstein“ (Kiez & Kneipe, Berlin)
„Diese Typen sind einfach unberechenbar.“ (Coupé)